Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die sich in einer individuell ausgeprägten
Wahrnehmungsstörung äußert.
Jedes Kind hat
also spezielle Bedürfnisse und seine eigene Art des
Lernens. Die Therapie versucht, gezielt auf die individuellen Ressourcen des Kindes aufzubauen,
um an seinen jeweiligen Beeinträchtigungen zu arbeiten.
Förderung und Therapie sollten früh und möglichst intensiv einsetzen. Wichtig ist uns dabei eine
aktive Mithilfe der Eltern, damit in der Therapie erarbeitete Fortschritte in den Alltag des
Kindes integriert werden können. Die Handlungskompetenz des Kindes und eine Integration im
sozialen Umfeld sollen verbessert werden.
Neben Beratung und Therapie biten wir in Kooperation mit dem Förderzentrum Maßnahmen zur
Frühförderung
und Integrationshilfe an.
Empfehlenswert ist es hier z. B. beim Jugend- oder Sozialamt einen Antrag zu stellen, so dass Hilfe
in größerem Umfange möglich ist.
Interessierte Eltern können sich jederzeit Bücher und aktuelle Forschungsergebnisse bei
uns ausleihen. Außerdem bieten wir bei Bedarf ein Elterncoaching an.
Autistische Störungen sind gekennzeichnet durch Beeinträchtigungen in den gegenseitigen sozialen
Beziehungen und eingeschränkte, sich wiederholende Interessen und Aktivitäten.
Unterschieden werden:
Darüber hinaus kann bezüglich des frühkindlichen Autismus zwischen High-und Low-functioning Autismus differenziert werden.
Eine Störung aus dem Autismus-Spektrum kann vorliegen, wenn ein Kind ...
manifestiert sich vor dem dritten Lebensjahr und ist durch eine auffällige und
beeinträchtigte Entwicklung der Kommunikation, der gegenseitigen sozialen Interaktion und
durch repetitive und stereotype Verhaltensmuster gekennzeichnet.
Kommunikation
Bei Menschen mit frühkindlichem Autismus kommt es zu einer Verzögerung der Sprachentwicklung,
bei einigen fehlt die Sprachentwicklung ganz, sie können nicht sprechen.
Darüber hinaus mangelt es ihnen an der Fähigkeit Sprache kommunikativ einzusetzen,
so werden z.B. Wörter und Sätze einfach wiederholt oder Wünsche durch Hinführen geäußert.
Sie haben Schwierigkeiten übertragene Bedeutungen zu verstehen und können nicht zwischen den
Zeilen lesen. Die Beeinträchtigungen in der Kommunikation führen zu Schwierigkeiten bei der
Kontaktaufnahme zur Außenwelt und zu anderen Menschen.
Soziale Interaktion
Menschen mit frühkindlichem Autismus sind in der Fähigkeit Blickkontakt, Mimik,
Gestik und Körperhaltung zur Regulation sozialer Interaktionen einzusetzen beeinträchtigt.
Dies macht sich schon in den ersten Lebensmonaten bemerkbar, so strecken sie z.B. der Mutter
die Arme nicht entgegen um hochgehoben zu werden oder lächeln nicht zurück,
wenn sie angelächelt werden.
Ihnen fällt es schwer spontan Freude,
Interesse und Aktivitäten mit anderen zu teilen und sie reagieren ungewöhnlich oder unangemessen
auf Emotionen anderer. Ebenso ist die Fähigkeit das Verhalten dem sozialen Kontext
anzupassen beeinträchtigt.
Repetitive und stereotype Verhaltensmuster
Menschen mit Autismus interessieren sich meist nur für bestimmte Gebiete,
häufig beschäftigen sie sich mit ungewöhnlichen Inhalten oder ungewöhnlich
intensiv mit bestimmten Bereichen. In einigen Fällen können so Inselbegabungen,
d.h. besondere Fähigkeiten in bestimmten Bereichen, entstehen.
Häufig ist auch eine Anhänglichkeit an nicht funktionale Handlungen oder Rituale
(Stereotypien). So können Veränderungen in der Umgebung, wie z.B. ein anderer Weg
als gewöhnlich, eine veränderte Anordnung von Möbeln oder ein neuer Sitzplatz in
der Schule dazu führen, dass Betroffene in Panik geraten und stark erregt sind.
Darüber hinaus beschäftigen sich Menschen mit Autismus vorherrschend mit Teilobjekten
oder nicht funktionalen Elementen von Spielmaterial, wie z.B. der Oberflächenbeschaffenheit
eines Gegenstandes.
Auch das Asperger-Syndrom ist durch Beeinträchtigungen der Sozialen Interaktion und durch repetitive und
stereotype Verhaltensmuster gekennzeichnet, jedoch tritt keine klinisch bedeutsame Verzögerung der kognitiven
Entwicklung sowie keine klinisch bedeutsame Verzögerung der Sprachentwicklung auf.
Dennoch kann die Sprache ungewöhnlich sein und z.B. hochgestochen oder gestelzt wirken.
Darüber hinaus können motorische Auffälligkeiten wie z.B. plump oder steif wirkende Bewegungen auftreten.
Soziale Interaktion
Auch Menschen mit Asperger-Syndrom sind in der Fähigkeit Blickkontakt, Mimik, Gestik und Körperhaltung zur
Regulation sozialer Interaktion einzusetzen beeinträchtigt. Sie haben Schwierigkeiten nonverbale Signale
zu verstehen und auszusenden.
Daher fällt es ihnen schwer sich in andere hineinzuversetzen oder Stimmungen
und Gefühle an äußeren Anzeichen abzulesen.
Darüber hinaus ist die Fähigkeit entwicklungsgemäße Beziehungen
zu Gleichaltrigen aufzubauen und angemessen auf andere zu reagieren beeinträchtigt.
Dies führt im Alltag häufig zu Schwierigkeiten, da es häufig zu Mißverständnissen kommt und das soziale
Interaktionsverhalten von anderen, denen nicht bekannt ist, dass eine Beeinträchtigung in diesem Bereich
vorliegt, als bewusste Provokation wahrgenommen werden kann.
Menschen mit Asperger-Syndrom müssen sich
soziale Regeln, die von anderen intuitiv verwendet werden, erst aneignen und sind daher z.B. unsicher wenn
es darum geht Kontakt mit anderen aufzunehmen, mit anderen zu spielen oder Gespräche zu führen.
Stereotype Verhaltensmuster
Auch Menschen mit Asperger-Syndrom interessieren sich häufig nur für bestimmte Gebiete,
mit denen sie sich häufig in ungewöhnlichem Ausmaß beschäftigen (Sonderinteressen).
Meist handelt es sich um Interessensgebiete aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.
Darüber hinaus wird die Lebensgestaltung auch hier häufig von Routinen bestimmt,
daher kann es zu Irritationen führen, wenn Menschen mit Asperger-Syndrom in ihrer Routine gestört werden.
Der atypische Autismus unterscheidet sich durch ein atypisches Erkrankungsalter, eine atypische Symptomatik
oder ein atypisches Erkrankungsalter und eine atypische Symptomatik vom frühkindlichen Autismus.
Von atypischem Erkrankungsalter spricht man, wenn die Beeinträchtigung sich erst nach dem dritten Lebensjahr
manifestiert, atypische Symptomatik bedeutet, dass nicht alle Symptome des frühkindlichen Autismus auftreten.