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Förderung und Therapie

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die sich in einer individuell ausgeprägten Wahrnehmungsstörung äußert.
Jedes Kind hat also spezielle Bedürfnisse und seine eigene Art des Lernens. Die Therapie versucht, gezielt auf die individuellen Ressourcen des Kindes aufzubauen, um an seinen jeweiligen Beeinträchtigungen zu arbeiten.

Förderung und Therapie sollten früh und möglichst intensiv einsetzen. Wichtig ist uns dabei eine aktive Mithilfe der Eltern, damit in der Therapie erarbeitete Fortschritte in den Alltag des Kindes integriert werden können. Die Handlungskompetenz des Kindes und eine Integration im sozialen Umfeld sollen verbessert werden.

Neben Beratung und Therapie biten wir in Kooperation mit dem Förderzentrum Maßnahmen zur Frühförderung und Integrationshilfe an.
Empfehlenswert ist es hier z. B. beim Jugend- oder Sozialamt einen Antrag zu stellen, so dass Hilfe in größerem Umfange möglich ist.

Interessierte Eltern können sich jederzeit Bücher und aktuelle Forschungsergebnisse bei uns ausleihen. Außerdem bieten wir bei Bedarf ein Elterncoaching an.

Was ist Autismus ?

Autistische Störungen sind gekennzeichnet durch Beeinträchtigungen in den gegenseitigen sozialen Beziehungen und eingeschränkte, sich wiederholende Interessen und Aktivitäten.

Unterschieden werden:

Darüber hinaus kann bezüglich des frühkindlichen Autismus zwischen High-und Low-functioning Autismus differenziert werden.


Eine Störung aus dem Autismus-Spektrum kann vorliegen, wenn ein Kind ...

  • an einer tiefgreifenden Kommunikations- und Beziehungsstörung leidet, die seine Fähigkeit zu anderen Personen und sogar zu seinen Eltern ein normales Verhältnis aufzubauen, beeinträchtigt.
  • durch Veränderungen in seiner Umgebung stark erregt wird und auf die Einhaltung einer bestimmten Ordnung oder eines bestimmten Ablaufes besteht.
  • scheinbar in seiner eigenen Welt lebt und wenig Kontakt zu anderen aufnimmt.
  • nicht mit anderen Kindern spielt, sowie sein Spielzeug immer auf die gleiche Art und Weise und häufig auch zweckentfremdet verwendet.
  • Blickkontakt vermeidet.
  • gleichgültig gegenüber anderen Menschen wirkt und ohne Einschreiten oder ohne Hilfe von Erwachsenen keinen Kontakt zu anderen aufnimmt.
  • wie taub wirkt oder Worte und Sätze wiederholt (Echolalie).
  • auf Reize, wie z.B. Berührungen oder Geräusche, überempfindlich reagiert.
  • in einigen Bereichen, die in der Regel kein soziales Verständnis vorrausetzen, außergewöhnliche Fähigkeiten zeigt.

Frühkindlicher Autismus

manifestiert sich vor dem dritten Lebensjahr und ist durch eine auffällige und beeinträchtigte Entwicklung der Kommunikation, der gegenseitigen sozialen Interaktion und durch repetitive und stereotype Verhaltensmuster gekennzeichnet.

Kommunikation

Bei Menschen mit frühkindlichem Autismus kommt es zu einer Verzögerung der Sprachentwicklung, bei einigen fehlt die Sprachentwicklung ganz, sie können nicht sprechen. Darüber hinaus mangelt es ihnen an der Fähigkeit Sprache kommunikativ einzusetzen, so werden z.B. Wörter und Sätze einfach wiederholt oder Wünsche durch Hinführen geäußert. Sie haben Schwierigkeiten übertragene Bedeutungen zu verstehen und können nicht zwischen den Zeilen lesen. Die Beeinträchtigungen in der Kommunikation führen zu Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme zur Außenwelt und zu anderen Menschen.

Soziale Interaktion

Menschen mit frühkindlichem Autismus sind in der Fähigkeit Blickkontakt, Mimik, Gestik und Körperhaltung zur Regulation sozialer Interaktionen einzusetzen beeinträchtigt.
Dies macht sich schon in den ersten Lebensmonaten bemerkbar, so strecken sie z.B. der Mutter die Arme nicht entgegen um hochgehoben zu werden oder lächeln nicht zurück, wenn sie angelächelt werden.
Ihnen fällt es schwer spontan Freude, Interesse und Aktivitäten mit anderen zu teilen und sie reagieren ungewöhnlich oder unangemessen auf Emotionen anderer. Ebenso ist die Fähigkeit das Verhalten dem sozialen Kontext anzupassen beeinträchtigt.

Repetitive und stereotype Verhaltensmuster

Menschen mit Autismus interessieren sich meist nur für bestimmte Gebiete, häufig beschäftigen sie sich mit ungewöhnlichen Inhalten oder ungewöhnlich intensiv mit bestimmten Bereichen. In einigen Fällen können so Inselbegabungen, d.h. besondere Fähigkeiten in bestimmten Bereichen, entstehen.
Häufig ist auch eine Anhänglichkeit an nicht funktionale Handlungen oder Rituale (Stereotypien). So können Veränderungen in der Umgebung, wie z.B. ein anderer Weg als gewöhnlich, eine veränderte Anordnung von Möbeln oder ein neuer Sitzplatz in der Schule dazu führen, dass Betroffene in Panik geraten und stark erregt sind.
Darüber hinaus beschäftigen sich Menschen mit Autismus vorherrschend mit Teilobjekten oder nicht funktionalen Elementen von Spielmaterial, wie z.B. der Oberflächenbeschaffenheit eines Gegenstandes.

Asperger Syndrom

Auch das Asperger-Syndrom ist durch Beeinträchtigungen der Sozialen Interaktion und durch repetitive und stereotype Verhaltensmuster gekennzeichnet, jedoch tritt keine klinisch bedeutsame Verzögerung der kognitiven Entwicklung sowie keine klinisch bedeutsame Verzögerung der Sprachentwicklung auf.
Dennoch kann die Sprache ungewöhnlich sein und z.B. hochgestochen oder gestelzt wirken.
Darüber hinaus können motorische Auffälligkeiten wie z.B. plump oder steif wirkende Bewegungen auftreten.

Soziale Interaktion

Auch Menschen mit Asperger-Syndrom sind in der Fähigkeit Blickkontakt, Mimik, Gestik und Körperhaltung zur Regulation sozialer Interaktion einzusetzen beeinträchtigt. Sie haben Schwierigkeiten nonverbale Signale zu verstehen und auszusenden.
Daher fällt es ihnen schwer sich in andere hineinzuversetzen oder Stimmungen und Gefühle an äußeren Anzeichen abzulesen.
Darüber hinaus ist die Fähigkeit entwicklungsgemäße Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen und angemessen auf andere zu reagieren beeinträchtigt.
Dies führt im Alltag häufig zu Schwierigkeiten, da es häufig zu Mißverständnissen kommt und das soziale Interaktionsverhalten von anderen, denen nicht bekannt ist, dass eine Beeinträchtigung in diesem Bereich vorliegt, als bewusste Provokation wahrgenommen werden kann.
Menschen mit Asperger-Syndrom müssen sich soziale Regeln, die von anderen intuitiv verwendet werden, erst aneignen und sind daher z.B. unsicher wenn es darum geht Kontakt mit anderen aufzunehmen, mit anderen zu spielen oder Gespräche zu führen.

Stereotype Verhaltensmuster

Auch Menschen mit Asperger-Syndrom interessieren sich häufig nur für bestimmte Gebiete, mit denen sie sich häufig in ungewöhnlichem Ausmaß beschäftigen (Sonderinteressen). Meist handelt es sich um Interessensgebiete aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.
Darüber hinaus wird die Lebensgestaltung auch hier häufig von Routinen bestimmt, daher kann es zu Irritationen führen, wenn Menschen mit Asperger-Syndrom in ihrer Routine gestört werden.

Atypischer Autismus

Der atypische Autismus unterscheidet sich durch ein atypisches Erkrankungsalter, eine atypische Symptomatik oder ein atypisches Erkrankungsalter und eine atypische Symptomatik vom frühkindlichen Autismus.

Von atypischem Erkrankungsalter spricht man, wenn die Beeinträchtigung sich erst nach dem dritten Lebensjahr manifestiert, atypische Symptomatik bedeutet, dass nicht alle Symptome des frühkindlichen Autismus auftreten.